Wurmkur

Wurmkur-Wirkstoffe:

 

Benzimidazole (Fenbendazol, Febantel und Mebendazol)
Benzimidazole besitzen eine gute Verträglichkeit bei sehr geringen Nebenwirkungen. Leider sind gegen diese Wirkstoffgruppe in einigen Gegenden Deutschlands Resistenzen gegen Strongyliden bekannt, welche teilweise bis an die 50% heranreichen.
Besonderheiten :
Mebendazolhaltige Präparate sollten nicht an schwer kranke oder stark geschwächte Pferde verabreicht und bei Tieren mit Leberschädigung nur mit erhöhter Vorsicht unter tierärztlicher Aufsicht angewandt werden.
Fenbendazolhaltige Präparate sollten nicht bei Pferden im ersten Drittel der Trächtigkeit angewandt werden.

Als gängige und bewährte Präparate werden aufgeführt :
- Panacur (Fenbendazol)
- Equiworm F (Fenbendazol)
- Rintal (Febantel)
- Telmin (Mebendazol)

 Pyrantel
Pyrantel wird nur zu 5% im Darm resorbiert; 95% des Wirkstoffs verbleiben im Darm und wirken somit direkt auf die Parasiten. Da der Wirkstoff nur zu einem verschwindend geringen Teil in den Blutkreislauf gelangt, kann Pyrantel sogar um ein mehrfaches überdosiert werden ohne Schaden anzurichten und besitzt sogar zur Bekämpfung von Bandwürmern die offizielle Zulassung zur doppelten Dosierung. Leider sind auch gegen diesen Wirkstoff Resistenzen bei Kleinen Strongyliden bekannt, allerdings nur in geringem Umfang.

Besonderheiten :
Pyrantel sollte nicht bei schwer kranken und geschwächten Tieren angewandt werden.

Als gängige und bewährte Präparate werden aufgeführt :
- Banminth P
- Strongid Caramel
- Strongid P
- Equiworm P

- Pyrantel

 Ivermectin

Ivermectin aus der Gruppe der Avermectine gehört zu den makrozyklischen Lactonen und besitzt besondere Eigenschaften, welche diesem Wirkstoff eine spezielle Eignung zur Bekämpfung unterschiedlichster Parasiten geben. So verursacht Ivermectin eine schlaffe Paralyse der Parasiten durch Störung bzw. Blockierung der Reizleitungsübertragung im Nervensystem. Biologisch sehr gut verträglich, verteilt sich der Wirkstoff im gesamten Körper und ist somit auch in der Lage, frei im Körper wandernde Parasiten wie beispielsweise Dasselfliegenlarven zu bekämpfen. Resistenzen gegen diesen Wirkstoff sind nicht oder nur in nicht relevantem Umfang bekannt.

Besonderheiten :
Ivermectin sollte bei trächtigen Stuten erst ab dem 46. Tag der Trächtigkeit, bei Fohlen erst ab einem Alter von 4 Monaten angewandt werden.

Als gängige und bewährte Präparate werden aufgeführt :
- Ivomec P
- Furexel
- Eraquell
- Panomec
- Sivermec

Moxidectin
Moxidectin ist wie Ivermectin ein makrozyklisches Lacton und sehr eng mit den Avermectinen verwandt. Der Vorteil von Moxidectin gegenüber Ivermectin liegt in der verzögerten Freisetzung. Dadurch verlängert sich die Wirkungsdauer und macht diesen Wirkstoff besonders für Entwurmungen in stark fluktuierenden Beständen und in Gesellschaft von hartnäckigen Wurmkurverweigerern geeignet. Resistenzen sind nicht oder nur in nicht relevantem Umfang bekannt.

Besonderheiten :
Moxidectin sollte bei Fohlen keinesfalls vor dem 4. Lebensmonat angewandt werden.

Präparate sind :
- Equest (Moxidektin)

- Equest Pramox (Praziquantel plus Moxidectin)

Praziquantel
Praziquantel wurde 2002 auch in Deutschland für Pferde zugelassen. Dieser Wirkstoff ist optimal gegen Bandwürmer einzusetzen. In Kombination mit Ivermectin ergibt sich ein hervorragendes Präparat, welches gegen sämtliche Wurmarten und sogar Dasselfliegenlarven eingesetzt werden kann. Resistenzen gegen Praziquantel sind nicht bekannt.

Besonderheiten :
Werden Pferde mit hoher Bandwurmbelastung mit Praziquantel entwurmt, können im Zeitraum von 8-12 Stunden nach Applikation gastrointestinale Störungen in Form von leichter Kolik, Gasexpulsion und Durchfall auftreten. Diese Symptome verschwinden i.d.R. inerhalb von 48 Stunden.

In der Präparatekombination mit Ivermectin darf Praziquantel bei Fohlen erst ab der 3. Lebenswoche angewandt werden. Stuten, deren Milch zum menschlichen Verzehr bestimmt ist, sind von der Behandlung auszuschließen.

Als gängige und bewährte Präparate werden aufgeführt :
- Droncit (Praziquantel)
- Equimax (Praziquantel plus Ivermectin)

 

 

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